Vor 1800

Im 18. Jahrhundert war die Landschaft des heutigen Indelandes geprägt von einer kleinräumigen Verteilung von Ackerland und Wäldern. Entsprechend der nur geringen Transportmöglichkeit – die erste öffentliche Eisenbahn wurde 1825 in England in Betrieb genommen – musste das Leben kleinräumig organisiert werden. Viele kleine Dörfer und Weiler, meist umgeben von intensiv genutztem Gartenland bestimmten daher das Landschaftsbild.

Vor 1900

Auf dem Rittergut des Freiherrn von Goltstein in Lucherberg wird 1819 Braunkohle gefunden. Nur wenige Jahre später wird in der „Goltstein-Grube“ der industrielle Abbau von Kohle begonnen. Im Jahr werden dort zwischen 100.000 und 150.000 Briketts hergestellt. 1869 wird die Grube stillgelegt. Beim Bau der Eisenbahnlinie Aachen – Köln werden in den Jahren 1839 bis 1841 bei Erdarbeiten immer wieder Braunkohlenflöze angeschnitten.

1860 beginnt der Abbau von Braunkohle in der Grube „Maria Theresia“ bei Niederbardenberg. Bis 1898 werden mehrere Konzessionen zur Gewinnung von Kohle beantragt. Die Kohle wurde im Untertagebau mit einer Förderung bis 2500 t pro Jahr gewonnen. 1897 wird in Lucherberg wieder Braunkohle gefördert. Bis 1909 werden 75.000 t Briketts produziert.

Vor 1945

Bild: Arno Kleinebeckel: Unternehmen Braunkohle. Geschichte eines Rohstoffs, eines Reviers, einer Industrie im Rheinland. Greven, Köln 1986.

1907 erfährt der Braunkohleabbau durch den erstmaligen Einsatz des „Eisernen Bergmanns“, eines Schrämmbaggers in der Ville westlich von Köln eine wesentliche Veränderung in Richtung eines industrialisierten Abbaubetriebes.

Es ist daher nur konsequent, dass am 7. Februar 1913 in Köln die Gründung der Braunkohle-Industrie AG (BIAG) „Zukunft“ als Zusammenschluss verschiedener kleiner Abbaugewerkschaften erfolgt. 1915 zieht die BIAG Zukunft von Köln nach Eschweiler. 1922 erwirbt die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG die Mehrheitsbeteiligung an der BIAG „Zukunft“.

Im Dritten Reich wurde das „Allgemeine Deutschen Berggesetzes“ dahingehend geändert, dass die Umsiedlung ganzer Dörfer wie Erberich, Langendorf, Langweiler, Laurenzberg, Lohn, Lürken, Pattern und Pützlohn möglich wurde. Dadurch wurden Großtagebaue erst möglich. So wurde 1935 der erste Großtagebau zwischen Eschweiler und Hehlrath aufgeschlossen. Im Tagebau Zukunft wurde zum ersten Mal ein Schaufelradbagger zum Abbau der Kohle verwendet. Im Februar 1938 wurde dort die erste Kohle gefördert. Während des 2. Weltkrieges kam der Kohleabbau im Oktober 1944 zum Erliegen. Durch die schweren Angriffe der Alliierten fing das Kohleflöz Feuer und brannte bis August 1945. Außerdem wurden die Betriebsanlagen des Tagebaus Zukunft weitgehend zerstört.

Nach 1945

Im Februar 1946 konnte der Kohleabbau im Tagebau Zukunft wieder aufgenommen werden. 1955 wird das Kraftwerk Weisweiler errichtet. Es trägt mit 6 Kraftwerksblöcken und einer Leistung von 2093 MW zur Deckung der Grundlast bei. Am 3. September 1987 wurde der Tagebau Zukunft eingestellt, heute ist der Tagebau rekultiviert. Von den Massedefiziten kündet heute der Blausteinsee, ein rund 100 ha und 45m tiefer Restsee bei Eschweiler.

1984 wurde der Rahmenbetriebsplan für den Tagebau Inden I genehmigt, der das Kraftwerk Weisweiler bis etwa zum Jahr 2000 mit Kohle versorgt hat. Der Tagebau Inden schließt sich direkt nordwestlich an den Tagebau Zukunft West an. Er ist von diesem nur durch die Trasse der L228 zwischen Weisweiler und Aldenhoven sowie die Orte Frohnhoven und Neu-Lohn getrennt.

Seit 2000 wird die Kohle aus dem 1990 genehmigten östlichen Teil, dem Tagebau Inden II gefördert. Dieser Tagebau stellt den Betrieb des Kraftwerks Weisweiler bis etwa zum Jahr 2030 sicher.