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Geltender Braunkohlenplan

Der augenblicklich gültige Braunkohlenplan, der den Kohleabbau und die Rekultivierung regelt, wurde am 9. März 1990 durch die Landesregierung NRW genehmigt. Dieser sieht eine Rekultivierung der verbleibenden Tagebauflächen vor. Von diesen 1.778 ha soll der überwiegende Teil, nämlich 1.522 ha landwirtschaftlich genutzt werden, auf 17 ha wird Wald angepflanzt. Zwei kleine Restseen machen insgesamt 64 ha Fläche aus. 175 ha werden für Siedlungen, Verkehrs- und Wegeflächen vorgesehen.

Die sich im Nordwesten anschließenden Tagebaue Hambach und Garzweiler II werden ebenfalls aufgrund eines geltenden Braunkohlenplanes rekultiviert. Aufgrund des hohen Massedefizits und der bereits aufgeschütteten Aussenkippen ist bei diesen beiden Tagebauen jeweils ein Restsee geplant. Der Garzweiler Restsee wird mit einer Größe von rund 23 km² der sechszehntgrößte See in Deutschland, der Restsee des Tagebaus Hambach wird mit rund 40 km² sogar der sechstgrößte See in Deutschland.
Liste der Seen in Deutschland

Alternative See-Lösung

Modell Restsee

Modell des Restsees Inden, Bild: Stephan Baldin

Auf Nachfrage des Kreises Düren und der Gemeinde Inden hat die Aachener Stiftung 1999 einen Moderationsprozess um die Folgelandschaft des Tagebaues Inden II begonnen. Die Stiftung bildete eine unabhängige Gesprächs- und Arbeitsplattform, auf der die relevanten Entscheider und gesellschaftlichen Kräfte vertreten waren. In einer Vielzahl von Werkstätten und Facharbeitskreisen wurde eine Alternative zur Lösung der geltenden Braunkohleplanung gefunden: Die „WasserLandschaft Inden“. Die vorgesehene Verfüllung des Restloches zur Wiederherstellung landwirtschaftlicher Flächen erfordert die Materialtransporte von 1,4 Milliarden Tonnen über einen Zeitraum von 20 Jahren mithilfe einer Bandtrasse. Die erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung kann durch eine Restsee-Lösung vermieden werden: Im Restloch entsteht ein 1.100 ha großer Restsee, der nach dem Ende des Tagebaues 2030 etwa im Jahre 2050 vollgelaufen sein sollte.

Nach der Präsentation der Vision von einem Restsee und der Verabschiedung eines regionalen gesellschaftlichen Konsenses wurde der Prozess von der Stiftung an die kommunalen Akteure übergeben, so dass im Februar 2004 der Masterplan „WasserLandschaft Inden“ fertiggestellt war. Dieser hatte die Belange von Landwirtschaft, Naturschutz und Erholung aber auch Standortentwicklung für Gewerbe, Wohnen und Dienstleistung zum Inhalt.

Im Rahmen der EuRegionale 2008 bewarb sich das Projekt um die Teilnahme und wurde mit Kreis Düren, Gemeinde Inden, Gemeinde Aldenhoven, Stadt Jülich und Stadt Eschweiler zu indeland. Der fortgeschriebene Masterplan wurde im März 2006 vorgestellt. Im Präsentationsjahr der EuRegionale 2008 ist indeland eines der Leitprojekte.

Stand des Verfahrens

Vom 16.2. bis 16.5.2007 fand die Offenlegung des Änderungsantrages zum Braunkohlenplan Inden II statt, die Bürger der Anliegergemeinden konnten vom 16.2. bis 18.6.2007 Einwendungen und Anregungen in das Verfahren einbringen. Laut Braunkohlenausschuss wurden 2.400 Einwender gezählt, davon 26 Beteiligte, 191 private Einwender und 2.183 Einwender auf einer Unterschriftenliste der IG Merken.

Die öffentliche Erörterung des Änderungsantrages zum Braunkohlenplan fand zwischen dem 6.5. und 8.5.2008 in Inden statt, der Erörterungstermin mit den beteiligten Behörden findet am 25. und 26. August 2008 statt.

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises Restsee des Braunkohlenausschusses findet am 20./21. Oktober 2008, die nächste Sitzung des Braunkohlenausschusses am 5.12.2008 statt. Der Arbeitskreis Restsee trifft sich am 31.10.2008 und am 7.11.2008 zur Vorbereitung der Beschlussfassung, die im ersten Quartal 2009 erwartet wird.